Das Château Pichon-Longueville-Baron gehört zu den wenigen
Weingütern Frankreichs, die die zweithöchste
Klassifikation, die sogenannte Deuxième Grand Cru Classé,
erhalten haben. Das Château Pichon-Longueville-Comtesse de
Lalande und das Château Pichon-Longueville-Baron gehörten
einst zusammen, bis beide Weingüter, die heute direkt
nebeneinanderliegen, 1850 getrennt wurden. Ursprünglich
erwarb Pierre de Mazure de Rauzan, der auch der Besitzer
des Weingutes Château Rauzan in Margaux war, die
Rebflächen. Allerdings war die Halbinsel Médoc von
Sumpflandschaften geprägt, sodass die Vision, Weinbau zu
betreiben, zu diesem Zeitpunkt noch „Zukunftsmusik“ war. Im
Laufe der Zeit legte man die Sumpflandschaften Schritt für
Schritt trocken, sodass die ersten Rebflächen kultiviert
werden konnten. Ende des 17. Jahrhunderts heiratete die
Tochter von Pierre de Mazure de Rauzan den Baron de
Longueville, der auch gleichzeitig als erster
Parlamentspräsident der Region Bordeaux galt. Fortan war
das Weingut unter der Bezeichnung Château
Pichon-Longueville bekannt, bevor es in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts aufgeteilt und von den Töchtern und
dem Sohn des Ehepaares weitergeführt wurde. Seit den
Achtzigerjahren gilt AXA Millésimes, ein Tochterunternehmen
der großen Versicherungsgesellschaft AXA, als alleiniger
Besitzer des französischen Weingutes. Die Rebflächen des
Weingutes Château Pichon-Longueville-Baron nehmen eine
Gesamtfläche von rund 73 Hektar ein. Über 60 Prozent aller
Rebflächen sind mit der Rebsorte Cabernet Sauvignon
bewachsen, während die Rotweinsorte Merlot etwa 35 Prozent
des Anbaugebietes umfasst. Cabernet Franc und Petit Verdot
nehmen hingegen den kleinsten Teil der Anbauflächen ein.
Die meisten Rebsorten sind über 30 Jahre alt, weshalb die
Weine besonders geschmacksintensiv und charakterstark sind.
Ausschlaggebend für das optimale Wachstum sind die
kieshaltigen Böden und die milden Klimaverhältnisse, die in
der Nähe des Atlantiks vorherrschen.